![]()
Dies ist die Geschichte eines jungen Mannes, seines Vaters und eine Prophezeiung aus längst vergangenen Tagen. Mein Name ist Adonnay duPree, ich bin ein Krieger und Vagabund, die Natur ist mein Zuhause und die Dunkelheit mein Verbündeter... bis jetzt.
Es begann eines Abends... mein Vater Dubay saß mit mir am Kamin unserer kleinen Schmiede bei Cove. Er war ein ruhiger Mann und ich noch sehr jung. Er erzählte mir oft von meiner Mutter, wie schön sie war und liebevoll. Aber nicht an diesem Abend. Das Feuer knisterte und ich spürte die angenehme Wärme in meinem Gesicht. Draußen tobte ein Gewitter. Die Blitze zuckten vom Himmel und der Regen floß in Bächen die Straßen hinab. Mein Vater war ein friedfertiger Mann. Er liebte Bücher über alles und war ein angesehener Mann. Die Bürger von Cove respektierten ihn, nicht zuletzt wegen seiner ausgiebigen Magiestudien, die sich jedoch fast ausschließlich mit den Kräften der Erde befaßten.
Ich glaube ich habe ihn nie lachen gesehen... er schien immer etwas auf dem Herzen zuhaben. Er war wohl zu stolz darüber zu reden... nicht so heute.
"Ad... mein Sohn...", sagte er mit seiner ruhigen aber kräftigen Stimme. "Ich werde für eine Weile fortgehen müssen. Du bist nun alt genug, um eine Weile ohne mich auskommen zu können..." Es blieb still. Ich wußte nicht was ich sagen sollte. Irgendwie habe ich immer leise geahnt daß dieser Tag einmal kommen würde, aber ich hoffte, daß dies nicht so bald geschehen würde.
Es blieb bei diesen Worten. Er stand auf, nahm nur eine kleine Tasche und einen Stab. Er setzte die Kapuze seiner Robe auf und rückte sie tief ins Gesicht. Er sah mich an... und lächelte. Es war ein herzliches und warmes Lächeln. Er drehte sich um und verschwand im Dunkel ehe er die Tür schloß. Ich hörte nur noch das Knistern des Feuers und den Regen der die Straßen hinabfloß. Ich war allein...
Er hinterließ mir außer dem Haus nur ein Buch. Die Aufschrift las, mit Hand geschrieben, "Dunkle Zeiten". Ich rührte es nicht an... als wenn ich hoffte daß mein Vater zurückkam und es wieder an sich nahm. Ich wußte, es verheißt nichts Gutes, und daß es mit dem Leben meines Vaters zu tun hat.
Einige Tage später schlug ich es schließlich auf und begann es Zeile für Zeile in mich aufzunehmen. Es handelte von einigen Kämpfen gegen die Untoten. Die Untoten... was für eine Magie vermag es, die Gefallenen als willenlose Kreaturen wieder mit Leben zu fluten ? Schlacht um Schlacht wurde geschlagen und die Untoten schienen besiegt. Doch die letzten Seiten des Buches, welches ich in den nun vergangenen 2 Tagen las, zeichneten eine dunkle Zukunft... Eine Zukunft, in der das Grauen und der Tod regierten. Es war eine Prophezeiung. Ausgesprochen von einem Seher, der die Kriege mit den Untoten überdauerte und erst vor wenigen Monaten starb. Ein weiser alter Eremit, der in den Bergen von Minoc lebte.
"Es wird eine Zeit kommen, in der sich die Toten wieder erheben und das Land in Chaos stürzen. Die Tore des Himmels werden sich mit Blut färben und Engel werden fallen. Dunkelheit wird das Licht verdrängen und das Land wird sterben..."
"Mein Sohn... wenn du diese Zeilen liest bin ich bereits unterwegs um mich den Untoten zu stellen. Wir werden uns nicht wiedersehen. Aber glaube an die Tugenden... sie sind das Leben. Ich liebe dich, Dein Vater."
So brach er auf in die Dunkelheit und machte sich auf den Weg in Richtung Norden. Nach etwa 30 Minuten Fußmarsch, der Regen hatte inzwischen nachgelassen, kam Dubay an ein kleines Haus, das mitten im Wald stand und aus dem Stimmen zu hören waren. Er klopfte an und kurz darauf wurde ihm geöffnet. Ein kleinerer hagerer Mann stand vor ihm und starrte ihn durchdringend an. Er musterte den Neuankömmling und schaute an ihm vorbei um zu sehen ob er alleine war. Dubay fielen die Narben an seinen Armen auf... er war weitaus älter als er wirkte.
Aus dem Raum hinter dem Mann kam ein anderer größerer Mann mit langem Bart und den Resten einer kriegsgeschundenen Rüstung auf ihn zu. Man konnte ihm die Erleichterung ansehen als er Dubay sah. Sein Gesicht hellte auf und er reichte Dubay die Hand. "Dube... alter Freund. Ich kann dir nicht sagen was es mir bedeutet dich wiederzusehen! Komm rein und trockne deine Kleider. Setz dich zu uns, ich stell dir die anderen vor."
Als er seinen Nassen Umhang abgelegt hatte und seine wenigen Sachen, die er bei sich hatte, neben den Kamin gestellt hatte, ging er in Richtung des mächtigen Eichentisches, um den sich alle Anwesenden versammelt hatten. Er sah sich in der Runde um und nickte einigen Bekannten zu, die er noch zu kennen schien. Aber es waren auch einige jüngere Leute dabei die er noch nie zuvor gesehen hatte.
"In Ordnung... wir sind komplett. Laßt uns anfangen, wir haben nicht viel Zeit wie ihr wißt. Dubay, ich stell dich nur noch gerade vor. Dieser unscheinbare Mann, der dir die Tür geöffnet hat ist Jarrod. Er ist nicht sehr redselig, aber ich würde ihm mein Leben anvertrauen, wie allen hier. Dort drüben sitzt J'hamal, du solltest ihn noch kennen." Dubay nickte J'hamal kurz zu.
Ein anderer Mann übernahm wenig später das Gespräch, es war ein
alter Freund Dubay's, ein Elf. Niemand wußte woher er kam, doch es dauerte nicht lange
und er wurde von allen verehrt und respektiert.
Er hatte etwas, was vielen fehlte. Er hatte
Charisma und strahlte eine geradezu unglaubliche Würde und Eleganz aus. Sein Name war
Varron Vicayne. Es war schwer einzuschätzen wie alt er war, Dubay hatte ihn auch nie
danach gefragt. Aber er war sich sicher, er hatte schon mehr als eine Schlacht
geschlagen... das verriet sein Wesen. Er war ruhig und verschlossen und sprach nicht über
seine Vergangenheit. Jeder der Anwesenden würde ihm in den Tod folgen...
"Ihr alle wißt warum ihr hier seid. Die Prophezeiung ist wahr. Die Untoten sind zurück. Sie sind schon in einige kleinere Dörfer eingefallen und haben nichts als Asche und Staub zurückgelassen. Sie werden nicht ruhen ehe ganz Britannien frei von jeglichem Leben ist. Lord British versucht die Überfälle runterzuspielen und als kleinere Scharmützel abzutun, um das Volk nicht in Panik zu versetzen. Doch ich fürchte, er wird mehr tun müssen. Seine Garde wird nicht in der Lage sein diese Armee alleine aufzuhalten, sollte sie sich entschließen in Richtung Britain zu marschieren..."
Viele Stunden vergingen in denen die Männer und Frauen in dieser kleinen unscheinbaren Hütte im Wald Pläne machten und die Möglichkeiten abwägten. Als es morgen wurde waren sie müde. Auf ihren Gesichtern zeichneten sich tiefe Falten ab. Varron erhob sich schließlich von seinem Stuhl und die anderen Männer und Frauen verstummten fast augenblicklich.
"Es ist soweit... wir müssen bald aufbrechen. Versucht noch ein oder zwei Stunden zu schlafen. Um neun Uhr ziehen wir los." Ohne, daß einer der Anwesenden etwas sagte zogen sich alle zurück und legten sich auf provisorische Betten, Bänke und auf den Boden. Dubay blieb sitzen... er sah Varron an, als der sich wieder gesetzt hatte und fragte: "Glaubst du wir können es schaffen Var... glaubst du daran ?" Der Elf sah in lange und reglos an. "Dubay, Freund... ich weiß es nicht... ich weiß es wirklich nicht. Es handelt sich diesmal nicht um eine Bande auferstandener Bauern, deren Seelen nicht zur Ruhe kommen. Es ist eine Armee aus gefallenen SchwarzRittern und RaubMagiern. Sie werden das Land überschwemmen und die armen Teufel in Lord British's Landwehr nicht einmal zu Kenntnis nehmen. Er hat zwar mächtige Verbündete in ganz Britannien, darunter auch zahlreiche Magier. Aber sie alle sind zu sehr mit ihren eigenen Vendetta und Fehden beschäftigt und verschließen ihre Augen vor dem Offensichtlichen... vor dem Untergang Britannias." Mit den letzten Worten schlug er die Faust auf den Tisch. "Schlaf jetzt Dubay... der Tod wartet nicht."
Es waren zehn Männer und Frauen. Sie zogen in Richtung der gefallen Dörfer im Nordwesten des Landes. Sie hatten einen Plan. Einen kühnen Plan, der die Untoten solange aufzuhalten vermochte, bis der Lord und die Führer der großen Gilden ihre Augen öffnen und ihre kleinlichen Streitereien beilegen.
Stille, nichts als Stille. Kein Vogel am Himmel, kein Tier in den kahlen Steppen des Nordens. Als würden die Tiere wissen, was hinter dem Horizont auf sie lauert, suchten sie das Weite oder verkrochen sich unter der Erde. Sie waren nah. Es schien dunkler zu werden. Die Berge ragten links und rechts vom Weg steil in den Himmel. "Halt!... " rief Varron. "Wir sind am Ziel... sie werden hier entlang kommen, und es wird an uns liegen sie aufzuhalten. Entspannt euch... wir haben noch Zeit. Sie werden nicht kommen ehe es dunkel ist. Bringt euch auf den Felsspalten da... und da oben." Varron zeigte auf zwei Felsvorsprünge an den Hängen. "Colwin und J'hamal werden euch helfen, da hinauf zu kommen." Colwin, ein großer und kräftiger Mann mit einem langen ergrauenden Bart, nickte dem Elfen kurz zu, nahm sein Buch mit magischen Formeln aus der Armbeuge und schlug es auf. Eine mystische Aura umgab ihn als er einige magische Worte sprach, die jedoch so leise waren daß keiner sie verstehen konnte. Die meisten Anwesenden wußten jedoch was er tat und waren deshalb auch nicht verwundert als Colwins Konturen plötzlich zu verschwimmen schienen und er nur noch wie eine Illusion wirkte. Es war als könne man durch ihn hindurchsehen. Er wurde immer blasser, bis er schließlich verschwand. Er tauchte, wie von Varron besprochen, auf dem linken der Felsvorsprünge wieder auf.
Ein paar weniger magiebegabte mußten die Felsen mittels einer provisorischen Strickleiter erklettern, die Colwin heruntergeworfen hatte. Die Anderen taten es ihm gleich. Wie es der Plan weiterhin vorsah versteckten sich die zehn Männer und Frauen auf den Klippen so gut sie konnten. Sei es hinter Felsbrocken, oder durch geschickte Tarnkleidung oder gar Magie.
Ein paar Stunden vergingen... und die Recken spürten jede dieser Stunden zehrte an ihren Nerven. Sie wußten, der Untergang des Reiches könnte mit ihnen beginnen oder fallen. Sie hatten zwar einen Boten mit ihrem Vorhaben an den Lord geschickt, wußten aber nicht wie dieser reagieren würde, da er die vergangenen Treffen der Magier bislang ignoriert hatte und als Hirngespinste abtat.
Ein jüngerer Mann, etwa Anfang dreißig, fragte Dubay: "Sir? Sir... meinen sie, man wird sich an uns erinnern? Ich meine, falls wir das hier nicht überleben."
Dubay sah ihn an und musterte ihn eingehend. Er sah die Angst in seinen Augen. Aber er sah noch etwas anderes... etwas das ihn davon überzeugte, daß dieser Junge Mann noch Großes vollbringen würde. "Wie heißt du mein Sohn...?"
"Caliban Sir, Caliban leGrey... "
"Caliban... ich versichere Dir wir werden es schaffen... Britannia verdient eine zweite Chance"
Der Mann schaute zufrieden und seine Angst schien für einen Augenblick nicht mehr existent. Seine Augen glänzten und er sah wieder hinunter in die Schlucht, die vor ihnen lag. Wieder vergingen Stunden. Es schien eine Ewigkeit zu dauern...
"Seid still!... sie sind da. Ihr wißt was ihr zu tun habt... und wartet auf mein Zeichen. Ich bin stolz auf euch, Freunde... Ich weiß, ihr werdet es schaffen... Für Britannia und das Scarlet Batallion!"
Das "Scarlet Batallion"... seltsam, daß er diesen Namen wählte. Dubay erinnerte sich daran, wie fast alle dieser kleinen Gruppe einige Jahre zuvor nur knapp einer Scharlach-Epidemie entkommen sind. Damals hatte Dubay selbst es geschafft ein Mittel zu entwickeln, das die Verbreitung bis auf weiteres eindämmte. Nun sind wir die Epidemie... und sie bricht über diese gottlosen Gerippe in der Schlucht vor uns zusammen, dachte er sich. Dubay konnte ein wenig Stolz nicht verbergen.
Und sie kamen... Tausende... wie eine schwarze Flut aus Tod und Verderben... man hörte das Reiben der Knochen und das Knirschen der zerfetzten Rüstungen und Scharniere. Es war ein grauenvoller Anblick... Tote, so weit das Auge reicht... Und der Gestank verwesenden Fleisches drang zu den Kriegern des Batallions hinauf.
Das Stöhnen und Ächzen der
Untoten drohte Caliban den Verstand zu rauben. Doch er behielt die Nerven und enttäuschte
Dubay nicht. Alle warteten, gebannt auf die Masse der Untoten starrend, auf das Zeichen
des Elfen-Kriegers. Doch nichts geschah....
"... Varron!" flüsterte Dubay, "... Varron wo bist du ?" Er bekam
keine Antwort. Die Nische, in der der stolze Elfenfürst noch bis vor kurzem stand war
leer, als Dubay sich umdrehte. "Wo zur Hölle... ?"
Seine unausgesprochene Frage wurde fast augenblicklich beantwortet...
"Ihr Ausgeburten der Hölle... Britannia ist noch nicht reif für Eure Greueltaten... Ich werde nicht zulassen, daß Ihr dieses Land unterjocht!" Dubay glaubte seinen Augen nicht zu trauen. Varron stand vor der Armee der Untoten und wartete ruhig bis diese nur noch wenig Schritte von ihm entfernt waren. Langsam nahm er einen länglichen Gegenstand in die Hand, den er sorgfältig die ganze Zeit, in einem Tuch eingehüllt, mit sich trug. Er band das Tuch los und nahm den Gegenstand in die Hand. Es war ein Bogen... kein gewöhnlicher Bogen jedoch. Als der Elf ihn in die Hand nahm schien der Bogen in einem schwachen Licht zu leuchten. In einer geradezu leichtsinnigen Gelassenheit nahm er einen Pfeil aus dem Tuch und spannte mit ihm langsam den Bogen an.... Anders als erwartet schoß er den Pfeil jedoch nicht auf den ersten nahenden Krieger an, sonder richtete den Bogen senkrecht nach oben. Er harrte einige Sekunden aus.... und schoß. Der Pfeil verwandelte sich sofort in einen deutlich sichtbaren Lichtstreifen am Himmel, der einer Sternschnuppe glich... nur um einiges tödlicher.
Selbst die untoten Krieger waren von diesem Schauspiel abgelenkt genug, um nicht zu bemerken, daß Varron inzwischen ein Schwert gezogen hatte und bereits die ersten drei wandelnden Toten niedergestreckt hatte. Die Mannen des Batallions wollten gerade beginnen in den Kampf einzugreifen, als Dubay sie davon abhielt.
"Wagt es nicht!" schrie er. "Wartet noch!"
"Aber warum verdammt?", herrschte Colwin ihn an. "Varron braucht unsere Hilfe!"
Dubay lächelte zufrieden... "Nein Colwin... die braucht er noch nicht... vertrau mir.." Dubay deutete gen Himmel, wo Sekunden zuvor noch der magische Elfenpfeil verschwand. Es war unglaublich... der Pfeil glich nun einer kleinen Sonne... er leuchtete so hell, daß es in den Augen schmerzte und raste geradewegs auf die Schlucht zu.
Die Krieger und Magier des Batallions mußten ihre Augen schließen, um nicht geblendet zu werden. Die ganze Schlucht war in ein gleißendes Licht getaucht, und die lebenden Toten stöhnten unter der Kraft, das von diesem Licht ausging, auf. Sie brachen einer nach dem anderen zusammen, während der Pfeil langsamer zu werden schien, bis er schließlich über der Schlucht schwebte. Einzig Varron schaute zufrieden zu, wie hunderte von Untoten unter dem gleißenden Licht der Miniatur-Sonne dahinrafften...
Dann entbrannte der Eigentliche Kampf... Nun wußten die Untoten, mit wem sie es zu tun hatten und preschten vor. Sie stürmten unaufhaltsam vor... Einer nach dem anderen wurde von den Blitzen und dem Feuerregen der Magier niedergeworfen. Doch es schien als würden es immer mehr werden, sie wurden nicht gebremst... Sie stiegen über die Gefallenen und rannten weiter auf den Elfen zu und auf die wenigen Kämpfer, die sich nun zu ihm gesellt hatten und versuchten die schmale Schlucht zu halten.
Die Kraft der Männer des Scarlet Batallion schien zu schwinden. Doch das Stöhnen der Knochen schien immer lauter zu werden und nicht mehr aufzuhalten... Hunderte strömten durch die schwarzgefärbte Schlucht und bahnten sich ihren Weg wie ein schwarzer Fluß aus Tod und Verderben. Aber damit nicht genug... Am hinteren Eingang erschienen die ersten gefallenen RaubMagier. Schwarz wie der Tot in Roben, denen nicht einmal das Licht entweichen zu können schien, ritten sie langsamen Schrittes auf das Scarlet Batallion zu... Dunkle Formeln murmelnd und von einer stickigen Aura umgeben erhob sich ein lautes Kreischen über das Schlachtfeld, daß einem jeden Hören und Sehen verging. Einige jüngere Krieger des Batallions blieben starr vor Angst und man konnte das blanke Entsetzen in ihren Augen sehen, kurz bevor sie von den Schwertern und Äxten der Untoten niedergemetzelt wurden.
Mit Schrecken mußten
Dubay, Colwin und der schon sehr geschwächte J'hamal diese Bilder mit ansehen, ohne etwas
dagegen unternehmen zu können. Colwin fing an, den dunklen Magier der Untoten mit seinen
magischen Attacken abzulenken... Er ließ Blitze und Feuer auf den Magier herabregnen.
Dieser jedoch war davon nicht sonderlich beeindruckt und erwiderte den Angriff Colwins mit
einem schrecklichen Regen aus Gift und einem nicht zu erkennenden Zauberspruch der seine
Wirkung jedoch schnell entfaltete. Colwin konnte den Gift-Angriff ohne weiteres
absorbieren... der Zweite machte ihm jedoch zu schaffen. Er verlor die Konzentration und
taumelte ein paar Schritte rückwärts bis er plötzlich umfiel und bewußtlos
liegenblieb.
"Wir halten das nicht mehr lange durch!" keuchte J'hamal, der auch schon zu Boden gegangen war und nun versuchte wieder etwas zu Kräften zu kommen.
Währenddessen schritt der Todes-Magier stetig voran...direkt auf Varron zu, der auch schon vom Kampf gezeichnet war und aus mehreren Wunden blutete.
Etwa zwanzig Schritte vor dem Elfen blieb er stehen und wartete... Die Untoten wichen zurück und stellten sich hinter ihrem Meister auf. Varron stützte sich auf sein Schwert und mußte sich darauf konzentrieren, sich keine Schwächen anmerken zu lassen. Er erhob das Schwert wieder und sagte leise aber mit kräftiger Stimme: "Du... wirst dieses Schlachtfeld nicht mehr verlassen mein dunkler Freund!" Er sah zu Dubay hoch auf den Felsvorsprung... sah den untoten Magier an... sah erneut Dubay an, und nickte diesem leicht zu. Dubay wußte, was das zu bedeuten hatte... Er sah zu Caliban und bedeutete diesem er solle sich Schutz suchen und nicht eher rauskommen, ehe der Tag angebrochen ist...
J'hamal sammelte seine letzte Energie und übertrug diese auf Dubay. Dann sackte er in sich zusammen und blieb reglos liegen.
Dubay stand auf... ging bis an den Rand des Felsvorsprungs und harrte einige Sekunden aus. Dann hob er langsam die Arme und sprach langsam und immer wieder eine lange monotone magische Formel. Der dunkle Magier brach in schallendes Gelächter aus und drehte sich zu Dubay um und streckte eine Hand nach im aus... Feuer umschloß seine Hand , doch plötzlich erlosch es. Der Magier drehte sich unter dem markerschütternden Schrei eines Untoten um und sah Varron mit seinen leblosen, funkelnden Augen an. Der Elf hatte für den Untoten nur ein schräges Grinsen und legte mit dem zweiten Pfeil auf diesen an. In diesem Moment zogen sich die Wolken über dem Schlachtfeld der Schlucht zusammen und Blitze zuckten vom Himmel... Ein Sturm erhob sich und wirbelte den trockenen Staub durch die Luft. Er pfiff durch die Schlucht und klang fast noch quälender als das Stöhnen der lebenden Toten. Dubay stand immer noch auf dem Felsvorsprung, die Arme weit erhoben und immer noch dieselbe monotone magische Formel murmelnd. Blitze zuckten auch aus seinen Armen und Augen... es schien gar, als sei er das Zentrum des Sturmes!
Plötzlich fingen die Felsen und Klippen der Schlucht unter der Last des Sturmes zu Knirschen und zu Brechen... kleinere Gesteinsbrocken fielen krachend in die Schlucht und begruben vereinzelt die Knochen der Untoten unter sich. Doch es schien erst der Anfang zu sein... Immer mehr und immer größere Felsen lösten sich und zerschmetterten immer mehr der inzwischen wild umherirrenden Leichen. Bald schien die ganze Schlucht wie ein Kartenhaus in sich zusammenzufallen...
Stille kehrte ein... Totenstille.
Als die Sonne aufging erschien Caliban als erster aus seinem Unterschlupf, in dem er während des Erdbebens Schutz gesucht hatte. Das Felsplateau als solches war nicht mehr da... Caliban konnte nun zu Fuß bis ins Tal klettern... auf die Felsen, die die Schlucht verschlossen hatten. Aber wo waren die anderen ? Wo waren Colwin, J'hamal, Dubay und Varron ? Keine Spur...
Er fand zwei Männer des Batallion, verschüttet unter einigen Steinen am Rande der Schlucht. Sie waren jedoch schon vorher durch den Magier getötet worden. Eine Frau lag tot auf dem linken der beiden Plateaus. Vom Rest keine Spur... Waren sie tot oder konnten sie entkommen ?
Epilog:
Dies war nur eine Schlacht... sie hat die Untoten zwar gebremst und ihnen beträchtliche Verluste zugefügt, konnte die dunkle Armee jedoch nicht längerfristig aufhalten. Es gelang Lord British jedoch, Truppen zu einer effektiven Verteidigung zusammen zu ziehen. Er versammelte die besten Magier des Landes und finanzierte ihre Studien in den Künsten der Magie des Feuers. Er rief die großen Gilden des Landes dazu auf, ihre Fehden und Streitigkeiten, deren Ursache meistens schon in Vergessenheit geraten waren, beizulegen und Ihre Armeen zum Schutze des Landes an die Grenzen zu stellen. Es war ein blutiger Krieg... Tausende tapferer Männer fanden den Tod auf dem Schlachtfeld gegen die unzähligen Toten des Reiches der Finsternis. Cove, eine kleine Stadt östlich von Britain wurde während dieser, später sogenannten Mage-Wars, dem Erdboden gleichgemacht und mußte neu aufgebaut werden.
Ein junger Mann namens Adonnay duPree machte sich in der Schlacht um Cove einen Namen... Und er gründete ein neues Scarlet Batallion im Angedenken an seinen Vater und den fremden Elfen Varron Vicayne, von dem niemand weiß, ob er noch lebt oder bei der Schlacht ums Leben kam. Ohne diese kleine Gruppe aus Magiern und Kriegern wäre Britannien heute vielleicht ein Reich des Bösen. Aber der Kampf geht weiter...
written by Adonnay duPree